
Wärmewende in Neukölln
Neue Erzeugungsanlagen und intelligente Steuerung für die Fernwärme von morgen
Die Wärmewende findet vor Ort statt – zum Beispiel mitten in Neukölln. Das Fernheizwerk Neukölln (FHW) versorgt rund 61.000 Wohnungen, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen in Neukölln und Kreuzberg mit Fernwärme. Das rund 125 Kilometer lange Leitungsnetz wächst kontinuierlich und erstreckt sich mittlerweile vom Landwehrkanal in Kreuzberg über große Teile Neuköllns bis an das Tempelhofer Feld.
Ein flexibles Wärmesystem für Neukölln und Kreuzberg
Mit einem Dekarbonisierungsplan stellt das FHW seine Wärmeerzeugung Schritt für Schritt auf eine klimaneutrale Zukunft um. Im laufenden Betrieb werden bestehende Wärmeerzeugungsanlagen am Standort durch zunehmend umweltfreundliche Technologien ersetzt und verstärkt erneuerbare Energiequellen eingebunden. Blockheizkraftwerke (BHKW) in Kraft-Wärme-Kopplung, Großwärmepumpen, Power-to-Heat-Anlagen und Wärmespeicher greifen dabei ineinander. Perspektivisch sollen weitere erneuerbare Wärmequellen hinzukommen.
Die Wärmewende in Neukölln basiert damit nicht auf einer einzelnen Technologie. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Bausteine: effiziente Erzeugungsanlagen, erneuerbare Energien, Wärmespeichern sowie eine intelligente digitale Steuerung.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist bereits erreicht: Seit 2024 verzichtet das FHW vollständig auf die Verbrennung von Steinkohle und hat den Kohleausstieg damit früher als ursprünglich geplant vollzogen. Dadurch werden jährlich bereits rund 25.000 Tonnen CO2 eingespart.
BHKW 10: Kraft-Wärme-Kopplung im großen Maßstab
Ein zentraler Baustein der neuen Erzeugungsstruktur ist das BHKW 10. Mit jeweils 10 Megawatt elektrischer und thermischer Leistung erzeugt die Anlage gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Während die Wärme direkt in das Fernwärmenetz fließt, wird der erzeugte Strom wird über ein eigenes Umspannwerk in das Berliner Stromnetz eingespeist.
Auch die im Prozess ungenutzte Abwärme wird weiter genutzt: Eine Großwärmepumpe gewinnt einen Teil diese Energie zurück und hebt sie für die Wärmeversorgung nutzbares Temperaturniveau.
Die neue Systemwarte: digitales Herzstück der Wärmewende
Mit der wachsenden Vielfalt der Erzeugungsanlagen steigen auch die Anforderungen an deren Zusammenspiel. Eine intelligente Steuerung des Gesamtsystems wird deshalb immer wichtiger. Dafür hat das FHW 2025 eine neue digitale Systemwarte in Betrieb genommen.
Hier laufen die Daten aus Wärmeerzeugung, Fernwärmenetz und Stromerzeugung zentral zusammen. Erzeugung und Netzbetrieb sind in einem integrierten digitalen Gesamtsystem gebündelt. Betriebsdaten werden in Echtzeit sichtbar gemacht und können zentral überwacht und gesteuert werden. Damit schafft die neue Systemwarte die Grundlage für eine zunehmend vernetzte und zukunftsfähige Betriebsführung.
Reallabor Großwärmepumpe: neue Technologie im Praxistest
Neue Technologien müssen sich nicht nur technisch integrieren lassen, sondern auch im täglichen Betrieb bewähren. Deshalb beteiligt sich das FHW am bundesweiten Forschungsprojekt „Reallabor Großwärmepumpe“. Das FHW ist einer von deutschlandweit fünf Standorten, an denen der Einsatz von Großwärmepumpen in Fernwärmesystemen unter realen Bedingungen erprobt und erforscht wird. Unter dem Dach des Fernwärmeverbandes AGFW arbeitet das FHW dabei mit Forschungseinrichtungen und anderen Wärmeversorgern zusammen.
Damit schließt sich der Kreis: Die Wärmewende in Neukölln entsteht durch das intelligente Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien und Lösungen. So entwickelt das FHW seine seit über 115 Jahren bestehende Wärmeversorgung Schritt für Schritt weiter – hin zu einem flexiblen, effizienten und klimaneutralen Wärmesystem für den Berliner Süden.
FHW Neukölln AG
Weigandufer 49
12059 Berlin
Neukölln
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