Stacked House: Typenoffene Werkstatt

Gewinnerin des KfW-Awards 2014

Das Stacked House: Günstig, Adaptierbar und Nachhaltig. Gebaut im “Gründerviertel” von Berlin Weißensee, das traditionell von Handwerkern bewohnt wird, die dort leben, ihren Beruf ausüben und Landwirtschaft für den eigenen Bedarf betreiben. Die einstigen Handwerke, ob nun bauliche Gewerke, Fahrzeugwerkstätten oder Schreiner sind inzwischen durch ihre zeitgenössischen Weiterentwicklungen ersetzt worden – ohne jedoch, dass sich die Größenordnung der Geschäfte verändert hätte. Diese Synthese von Leben und Arbeiten hat auf jedem Grundstück charakteristische Ensembles aus Wohnhäusern mit Werkstätten oder Läden hervorgebracht, mit Stallungen und Gärten. Das Stacked House führt diese Tradition nun in energieeffizienter und ressourcenschonender Weise fort, bewahrt die Qualitäten dieser Synthese und bietet Raum für Ergänzungen, die existierende Qualitäten betonen und nicht auslöschen sollen.


Die modernen Handwerkerhäuser sind jeweils auf vier Geschossen aus ineinander verschachtelt gestapelten, räumlichen Volumen zusammengesetzt.
Form und Höhe der Volumen variieren je nach ihrer voraussichtlichen Nutzung und den Wünschen der Bauherren. Die räumlichen Volumen strecken sich auf jeder Ebene nach den Bedürfnissen der Familien. Durch diese Bewegung entsteht ein “wandernder” Betonkern.

Ein kreativer Umgang mit der Hülle

Die Wände sind in robuster Konstruktion aus dämmenden Lochziegeln hergestellt. Alle Raumvolumen sind quergelüftet und durch die vorhandene Bepflanzung mitkonditioniert. Oberflächen sind appliziert, die die keramischen Werkstoffe eher betonen als kaschieren. Die Außenfassadenelemente sind mit einer organischen, wasserdampfdichten Membran bezogen und einige Innenwände sind direkt angestrichen. Diese robuste Erscheinung stellt einen Kontrast zu den Fenstern dar: dreifach-verglaste Aluminiumprofile, die eher auf der Fassade aufliegen denn in sie eingelassen sind. Die hierdurch entstehenden tiefen innenräumlichen Nischen sind ebenfalls mit Rundum dämmenden Aluminiumrahmen verkleidet und verleihen den Ziegeln eine eindrucksvolle Noblesse.

Eckdaten

  • Zwei Wohnhäuser inkl. 2 Ateliers & 2 Werkstätten
  • Nutzfläche: 450m² + 70m² Terrasse
  • Deckenhöhen: 3.30m und 6.70m
  • Belüftung: natürlich quergelüftet
  • Klimaregulierung v.a. durch Gebäudevolumen (Betonkern-Aktivierung), Schornsteineffekt und Sonnenschutz durch Bäume
  • Solare Warmwasserbereitung
  • Baukosten: 505.000 € (1050 €/m² brutto inklusive Einbauten)
  • Einstufung: KfW 70 mit 46kWh/m²a

Ressourcenschonender Bau: Wiederverwertung

Das alte Seifenmacherhaus musste sorgsam in kleinteiliger Handarbeit zurückgebaut werden. Dabei könnten viele Bauteile gesichert und später wiederverwendet werden. Über die Jahre haben sich Schutt und Trümmern auf dem vernachlässigten Grundstück angehäuft. Sie wurden nach Materialarten gestapelt um Raum zu schaffen, Entsorgung zu vermindern und die Vielfalt der verschiedene Gartenbereiche zu betonen. Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass der Garten ein gepflasterter Hof gewesen ist, der von einer langjährigen Vegetationsschicht bedeckt war. Aus diesem Bestand wurde eine festen Oberfläche vor dem Haus und ein leicht erhöhter Garten um die Bäume herum errichtet.

Die Bauherren sind Kreative, die ihrerseits die Architektur fortentwickeln bzw. in Form eigener Interventionen weiter gestalten. Anders als in der gängigen Architekturpraxis sind Entscheidungen für anfällige Entwicklungen und Ausgestaltungen nicht vor Baubeginn getroffen worden. Die überwiegende Mehrheit ist ganz im Gegenteil erst entschieden worden, als die Räume bereits erlebbar waren. Die Herausforderung bestand also darin, Orte zu schaffen, die robust genug waren, um diese Um- und Weitergestaltungen nicht nur zu ermöglichen, sondern sie an- und aufzunehmen. Eine alternative Effizienz.

Das Stacked House besetzt nun den Fußabdruck des alten Seifenmacherhauses und nutzt Materialien und architektonische Elemente auf derart subtiler Weise, dass seine Besonderheit nur beim genauen Hinschauen sichtbar wird

Informationen und Hinweise

Gewinnerin des KfW-Awards 2014

 

Dieses Projekt war Bewerberin beim Wettbewerb KlimaSchutzPartner Berlin 2014

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