Bild: Oleg Laptev/Unsplash

Energieberatung in Berlin

Ergebnisse der Umfrage im Beraternetzwerk „Berlin spart Energie“

Die EUMB Pöschk hat sein breites Energieberater-Kooperationsnetzwerk im Rahmen einer Umfrage zum Thema Energieberatung in Berlin aktiviert – mit beachtlicher Resonanz. Insgesamt haben 212 Berliner Energieberater an der im Juli bis September 2019 laufenden Umfrage teilgenommen. Damit dürften sich mehr als die Hälfte der in Berlin tätigen Energieberater beteiligt haben: Die sogenannte „dena-Expertenliste“ verzeichnet gut 300 Einträge für Berlin. Die Kernergebnisse der Befragung lassen sich – salopp formuliert – wie folgt zusammenfassen:

Energieberater sind alte Hasen, die als Einzelkämpfer in einem weitgehend stagnierendem Markt agieren,
der wirtschaftlich nicht sonderlich attraktiv ist. Energieberater sehen für sich einen hohen Bedarf an Vernetzung untereinander.

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse


Wer sind eigentlich die Berliner Energieberater?

Auffällig ist hier, dass zwei Anbietergruppen dominieren. Architekten und Planer stellen gut 42 Prozent der Umfrageteilnehmer dar, was wenig überrascht. Erstaunlich ist vielmehr auch der offensichtlich hohe Aktivitätsgrad der Schornsteinfeger im Bereich Energieberatung, die rund 35 Prozent (75 Teilnehmer) der Befragungsteilnehmer (bei dieser Frage 212) stellen. Bei rund 220 Berliner Kehrbezirken deutet die Zahl darauf hin, dass mindestens jeder dritte Schornsteinfeger im Energieberatungssektor aktiv ist. Die Anteile der Teilnehmer aus Handwerk (6,5 Prozent), Energie- und Immobilienwirtschaft (je ca. 2 Prozent) fallen dagegen auffallend gering aus.


Kundengruppen

Die Kundengruppen gestalten sich im Endkundenbereich vergleichsweise vielschichtig und ausgewogen. Hier werden Ein- und Mehrfamilienhäuser zahlenmäßig relativ ausgewogen bedient. Sowohl die Kundengruppen aus Industrie und Gewerbe als auch aus öffentliche Einrichtungen sind quantitativ relativ gering vertreten. Hier kann aber davon ausgegangen werden, dass die spezifische Umsatzgröße je Beratungsfall deutlich höher liegt, so dass sich ein direkter Rückschluss von der Fallzahl auf die wirtschaftliche Bedeutung verbietet.


Beratungsziele und Ergebnisse

Interessant ist die unerwartet hohe Bandbreite der angestrebten Beratungsziele. Diese reichen von umfassender energetischer Modernisierung über Einzelmaßnahmen bis hin zu Verhaltensänderungen.


Geschäftsentwicklung

Die Geschäftsentwicklung wird vorsichtig positiv beurteilt. Hierbei spielen Sanierungsfahrpläne (noch) keine besondere Rolle.


Kundenkontakte

Interessant ist die unerwartet hohe Bandbreite der angestrebten Beratungsziele. Diese reichen von umfassender energetischer Modernisierung über Einzelmaßnahmen bis hin zu Verhaltensänderungen.


Vernetzung

Es kann vermutet werden, dass die vergleichsweise hohe Bedeutung der „Expertenliste“ mit dem offensichtlich großen Bedarf an Vernetzung korrespondiert. Rund zwei Drittel der Befragten befürworten eine Vernetzung der Energieberater untereinander. Diese noch im Detail zu untersuchende Aussage deutet darauf hin, dass es offensichtlich ein Bedürfnis nach Vernetzung im Bereich des Marktauftritts und der Kundenakquisition gibt.


Darüber hinaus hat sich in der Netzwerkarbeit der EUMB Pöschk ein hoher Bedarf an fachlichem Austausch der Energieberater untereinander manifestiert. Die Kernthemen reichen hier von gemeinsamen Marktauftritten, dem Agieren in Spezialfällen wie der Energieberatung in Milieuschutzgebieten bis hin zu Quartierskonzepten.

Ein wiederkehrendes Thema bildet hier der Umgang mit öffentlich alimentierten Beratungsangeboten und -institutionen, die im schwierigen Marktumfeld primär als „unliebsame Konkurrenz“ empfunden wird. Hier gilt es, sich produktiv über Kooperationsformen und Schnittstellen auszutauschen, um weg von kontraproduktiver Konkurrenz und hin zu positiven Synergien zu kommen. Die Autoren dieses Beitrags werden die Netzwerkbildung unter den Berliner Energieberatern im Rahmen verschiedener Projekte weiter vorantreiben.


Lesen Sie hier die Ergebnisse im Detail (PDF 1,5 MB)

Stand der Daten: 19. September 2019

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