Dienstag, 14.10.2025
Beginn:
17:30 Uhr
Ende:
20:00 Uhr
Paradigmenwechsel in der energetischen Sanierung
Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der energetischen Sanierung. Anstatt erst aufwendig zu dämmen, lohnt es sich oft, zunächst das bestehende Heizungssystem mit einer Wärmepumpe zu ergänzen. So kann kurzfristig CO₂ eingespart werden – mit guter Jahresarbeitszahl für den Großteil des Jahres. Und wenn es doch noch einmal richtig kalt werden sollte, steht zur Absicherung noch der alte Heizkessel bereit. Diese Strategie belastet die Versorgung mit erneuerbaren Energien deutlich weniger – gerade in Zeiten der kalten Dunkelflaute – und verhindert zusätzliche Kosten für die Energiewende.
Was lief bislang schief?
Trotz milliardenschwerer Investitionen in die energetische Gebäudesanierung verfehlt der Sektor Jahr für Jahr seine Klimaziele, gleichzeitig hat die Sanierungsrate in den letzten zwanzig Jahren noch nie die Ein-Prozent-Schwelle erreicht. Auch die Wirtschaftlichkeit vieler Maßnahmen muss in Frage gestellt werden, denn die CO₂-Reduktion blieb oft erheblich hinter den Erwartungen zurück, während die Kosten explodierten. Weiterhin bleibt der Gebäudesektor, verantwortlich für mindestens 30 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland, ein wesentlicher Treiber des Klimawandels – und ein Ende ist nicht absehbar. Wie lange kann oder will sich unsere Gesellschaft diese Investitionslogik noch leisten?
Deshalb braucht es einen Kurswechsel?
Beim nachhaltigen Bauen und Betreiben von Gebäuden müssen zukünftig die tatsächlichen CO₂-Emissionen im Mittelpunkt stehen. Es nutzt nichts, wenn wir mit einem wachsenden Ressourceneinsatz die Dämm- und Technikstandards erhöhen. Eine sozialverträgliche Sanierung wird dadurch unmöglich, während die CO₂-Emissionen dennoch oder gerade deswegen hoch bleiben. Stattdessen sollten wir das Gebäude in seinem Lebenszyklus und seinem gesamten CO₂-Fußabdruck in den Blick nehmen. Die bisherigen Förderansätze mit Fokus auf maximale Energieeffizienz und Komplettsanierungen sind finanziell wie klimatisch nicht mehr tragfähig. Das fordern neben Politiker*innen wie Daniel Föst auch Institutionen wie die Initiative Praxispfad CO₂-Reduktion. Der Fokus muss sich verschieben – hin zu praktikablen, schnell wirksamen, sozialverträglichen Maßnahmen der Emissionsminderung.
Wo soll es hingehen?
Unser Mitglied Prof. Dipl.-Ing. Taco Holthuizen hat bereits 2018 Studie im Auftrag des BBU auf den begrenzten Nutzen übermäßiger Dämmdicken hingewiesen. Die Studie geht auf Probleme wie Irrwege der heutigen Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudesektor ein. Sie zeigt anhand von realisierten Praxisbeispielen Wege auf, wie CO₂-neutrale Gebäudetemperierung mit Baukostenreduktion einhergehen kann. Mittlerweile wurde an mehreren Projekten bilanziert und untersucht, wie durch gezielte technische Eingriffe CO₂ Emissionen effizienter eingespart werden können als durch klassische Sanierungsstrategien.
Im Vortrag wird basierend auf diesen Ergebnisse die Forderung nach einem Paradigmenwechsel in der energetischen Sanierung untermauert:
- Argumentationsgrundlagen für eine neue Sanierungsstrategie – Paradigmenwechsel in der energetischen Sanierung
- Methoden zur vergleichenden Bewertung von Maßnahmen
- Konkrete Projektbeispiele
- Ergebnisse und Handlungsempfehlungen
Im Anschluss stellen sich die ReferentInnen den Fragen und der Diskussion.
Beginn: 17:30 Uhr
Ende: 20:00 Uhr
Anmeldung:
notwendig
Kosten: kostenfrei
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