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Quartier Eichkamp: Genossenschaftliche Versorgung mit kalter Nahwärme Kaltes Nahwärmenetz mit Erdsonden, Leitungsnetz und Wärmepumpen

Das Vorhaben, die Siedlung Eichkamp mit einem Wärmenetz auf Basis regenerativer Energien zu versorgen, hat eine lange Vorgeschichte. 2024 hat sich schließlich die Genossenschaft nahwärme-eichkamp.berlin eG gegründet. Die Genossenschaft beabsichtigt die Versorgung ihrer Mitglieder durch ein kaltes Nahwärmenetz mit Erdsonden, einem Leitungsnetz und Wärmepumpen in den einzelnen Gebäuden.


Die nahwärme-eichkamp.berlin eG ist eine der wenigen Genossenschaften in Deutschland, die ein kaltes Nahwärmenetz im Bestand plant. Das Nahwärmenetz soll modular in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden. Der Genossenschaftsgründung ging von 2019-2023 eine Projektförderung im Rahmen des KfW-Programms 432 (energetische Stadtsanierung) voraus. Die Genossenschaft wurde im Juli 2024 gegründet und hat zurzeit 74 Mitglieder.

Die Genossenschaft plant eine modulare Erschließung des Quartiers mit kalter Nahwärme. In den Wärmeleitungen zirkuliert Wasser mit Temperaturen von 5 bis max. 20° C. Die Wärmequelle – oberflächennahe Geothermie – wird durch Erdsonden erschlossen. Jedes an das kalte Wärmenetz angebundene Gebäude wird mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe versehen. Die Wärmepumpen nutzen das kalte Wärmenetz als Wärmequelle und heben die Temperatur auf das für jedes einzelne Gebäude erforderliche Niveau an (bis zu 70 ° C im Vorlauf). Solche Wärmepumpen arbeiten in der Regel effizienter als Luft-Wärmepumpen, die Außenluft als Wärmequelle nutzen. Beim kalten Netz müssen die Wärmeleitungen außerdem nicht isoliert sein. Dadurch hat das Netz praktisch keine Wärmeverluste und der Wärmeleitungsbau ist preisgünstiger als bei einem warmen Netz.

Eine Bürgergruppe aus dem Quartier hat seit 2012 an der Erneuerung der Wärmeversorgung gearbeitet. Mehrere Machbarkeitsstudien wurden erstellt, teilweise finanziert durch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Zuvor sollte ein warmes Netz umgesetzt werden, das sich ebenfalls aus regenerativen Wärmequellen gespeist hätte (64 % Luftwärmepumpen, 36 % Biomasse). An dieses Netz mit einer Gesamtwärmeerzeugung von 5,3 GWh pro Jahr sollten auch die öffentlichen Liegenschaften des Bezirksamtes angeschlossen werden (Beschluss vom Februar 2024). Das warme Netz wurde allerdings durch lange Verzögerungen unwirtschaftlich.
Im Frühjahr 2025 hat die Genossenschaft eine Projektskizze für einen ersten Bauabschnitt des kalten Netzes beim Berliner Förderprogramm BENE2 eingereicht. Ende August erhielt die Genossenschaft die Mitteilung, dass die Förderung durch BENE2 für neue Projekte aufgrund der Haushaltslage voraussichtlich eingestellt wird. Zurzeit werden alternative Förderungen geprüft, die allerdings zur Verzögerung der Projektumsetzung führen werden.

Anschrift

nahwärme-eichkamp.berlin eG, c/o Reiner Wild
Grillparzerstraße 17
12163 Berlin

Steglitz-Zehlendorf

Präsentiert von
nahwärme-eichkamp.berlin eG

Ansprechpartner*innen

Sabine Drewes
info@nahwaerme-eichkamp.berlin

Reiner Wild
rwi@nahwaerme-eichkamp.berlin

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