Ausbauhaus Südkreuz

Gemeinschaftlich. Bezahlbar. Verbundstofffreier Ausbau.

Im Rahmen des Konzeptverfahrens „Schöneberger Linse“ hat die Baugruppe 2019 den Zuschlag für das Grundstück erhalten. Auf 7 Geschossen befinden sich 13 Eigentumswohnungen und 3 förderfähige Wohnungen zwischen 38 und 130qm. Dazu sind 2 kiezgebundene Gewerbenutzungen und 1 Gästewohnung im Gebäude untergebracht. Der über die gesamte Breite der Fassade laufende Umlauf mit Balkonen, Loggien und bodentiefen Holzfenstern erweitert den Wohnraum großzügig in den Außenraum. 


Neubauten von heute werden in Zukunft nicht mehr abgerissen und entsorgt, sondern materialbewusst modernisiert oder umgebaut. Darum sind die Materialien des in Holz-Beton-Hybridbauweise errichteten Gebäudes adäquat zu ihrem Lebenszyklus eingesetzt: Die im dichten urbanen Kontext positionierte dauerhafte Tragstruktur (Brandwände, Decken, Erschließungskern) ist aus Beton. Die Fassade ist als rückbaubare nicht-tragende Holzkonstruktion ausgeführt. Der Innenausbau der Wohnungen wurde weitestgehend verbundstofffrei und mit nachwachsenden Baustoffen umgesetzt. So wird zukünftig eine passgenaue Modernisierung bzw. bei Rückbau eine sortenreine Trennung der Materialien möglich.

Die Kosteneffizienz wird auf den gesamten Lebenszyklus des Hauses und damit auf die Rückbaubarkeit und die Wiederverwendung der Baumaterialien übertragen und erweitert. Neubauten von heute werden in Zukunft nicht mehr abgerissen und entsorgt, sondern dienen als wertvolles Materiallager, welches materialbewusst modernisiert oder umgebaut werden kann. Darum sind die Bauelemente des in Holzhybridbauweise errichteten Gebäudes adäquat zu ihrer erwartbaren Lebensdauer eingesetzt. Das bedeutet: Je kurzlebiger die Bauteile des Gebäudes sind, desto eher müssen sie wiederverwertbar und umso einfacher demontierbar sollten sie sein.

(1) Langlebige robuste Tagstruktur
Die dauerhafte Tragstruktur (Brandwände, Decken, Erschließungskern) ist aus Stahlbeton errichtet. Dies ermöglicht auf Dauer eine hohe Nutzungsflexibilität der überspannten Einheiten sowie den einfachen Umbau von tragwerk-unabhängigen Bauteilen.

(2) Rückbaubare Fassade
Die Fassade ist als rückbaubare und recycelbare Holzkonstruktion ausgeführt. Bei Bedarf können einzelne Bauteile abgeschraubt, repariert oder auch ersetzt werden.

(3) Umbaufähiger verbundstofffreier Innenausbau
Entgegen der üblichen Praxis wurde der spätere Umbau mit eingeplant und der Innenausbau der Wohnungen als trockene und größtenteils verbundstofffreie Konstruktion aus nachwachsenden Rohstoffen, ohne Verkleben und Verspachteln von Materialschichten ausgeführt.

Informationen und Hinweise

Beispiel für zukünftige Umbaukultur im Wohnungsbau
Die im Projekt angestrebte verbundstofffreie Konstruktion im Innenraum ist nicht nur ein wertvolles Materiallager für die Zukunft, sondern ist über Jahrzehnte gesehen auch die kostengünstigere Alternative zu aktuell üblichen Verbund-Konstruktionen. Die verwendeten Baumaterialien sind demontierbar, zu einem großen Teil sortenrein trennbar und sie können somit leicht wiederverwendet werden.

Dies ermöglicht den einfachen und nachhaltigen Umbau oder Nutzungsänderungen bei Bedarf. Durch den sortenreinen Rückbau kommt es zu einem Re-Use-Effekt. Verschraubte Holzplatten, Holzparkett, Holzwolle, Schüttung im Fußboden etc. können geschliffen, neu ausgelegt oder zusammengefegt und am selben Ort oder in anderen Gebäuden wieder eingebaut werden. Die Wohnungen könnten auch nur partiell geändert und um-, an- und weitergebaut werden.

Um die Gebäude als Materiallager wirksam zu machen, müssen alle verwendeten Bauteile genau erfasst und dokumentiert sein. BIM-Modelle halten die Deklarierung der Bauteile fest und Produktdaten machen die Zeiten des Einbaus abrufbar, sodass auch Jahrzehnte später der beste Umgang mit Demontage und Wiederverwendung für jeden Baustoff gefunden werden kann.

Das Ausbauhaus war 2024 für den Klimaschutzpartner des Jahres in der Kategorie A (Realisierte Projekte) nominiert. 

Anschrift

Ausbauhaus Südkreuz
Gotenstraße 45
10829 Berlin

Tempelhof-Schöneberg

Präsentiert von
Praeger Richter Architekten

Ansprechpartner*innen

Praeger Richter Architekten BDA
Jana Richter
mail@praegerrichter.de

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