THF: Gemeinschaftlich, individuell & energieeffizient bauen

Baugemeinschaft Tempelhofer Berg

In dem neuen Stadtquartier Friesenstraße hat die Baugemeinschaft THF mit 46 individuell aufgeteilten Wohnungen und einer Gemeinschaftswohnung ein energieeffizientes KfW55-Haus mit Gas-Absorptions-Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsondenfeld zum Heizen/ passiven Kühlen und zentraler Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung errichtet.


Dieses Haus ist Teil eines neuen Stadtquartiers, bei dem schon während der Projektentwicklung für alle beteiligten Baugruppen, Bauträger und eine Genossenschaft großer Wert auf Energieeffizienz und die Entwicklung einer Quartiersgemeinschaft Wert gelegt wurde. Das Büro Blaufisch Architekten hat bei dem Bauvorhaben die Projektentwicklung (mit basc.et GmbH) und die Planung inklusive der Bauleitung übernommen.

In der größten Baugruppe THF des Quartiers leben jetzt 112 Bewohner in 46 Wohnungen mit Größen zwischen 35 und 180 qm Wohnfläche. Jede Wohnung hat einen individuellen Grundriss, der in einem Prozess mit den Bauherren zusammen speziell auf ihre Bedürfnisse entwickelt wurde. Bei einigen wurde auch der Wunsch nach einer Teilung, - z. B. nach Auszug der Kinder, berücksichtigt, so dass sich die Wohnungsanzahl auf 50 Einheiten erweitern lässt.

Holz und Hightech

Das Haus hat bedingt durch seine Nord-Südlage zwei völlig unterschiedliche Fassaden. Die Nordfassade mit den dahinter liegenden Schlafräumen an der Schwiebusser Straße ist weitgehend geschlossen und schützt die Privatsphäre der Bewohner. Das Hauptmaterial sind mit Echtholzfurnier veredelte Holzwerkstoffplatten. Die Zonierung im EG und DG ist farbig abgesetzt. Das hellgraue Dachgeschoß tritt zurück und lässt das Haus im Straßenraum niedriger wirken, als es ist.

Die Südfassade zum Park ist dagegen eine vollflächige 1340 qm große Dreifach-Verglasung. Teilweise versetzte beerenfarbene Stahlbetonbalkone gliedern ihre große Fläche; die kreisrunden Öffnungen erlauben Durchblicke von innen und strahlen nachts als Lichtpunkte in die Umgebung. Durchlaufende 70 cm breite Stege erweitern die Fläche der Balkone und dienen den Bewohnern als Stellfläche für viele Pflanzen. Die Dreifachverglasung stellt einen wichtigen Bestandteil des Energiekonzeptes dar. Zusammen mit der hoch gedämmten Vorhangfassade, der kontrollierten Be- und Entlüftung, dem Gründach und der Nutzung der Geothermie kommt das Haus auf einen KfW55-Standard.

Eine vom Büro Feddersen Ingenieure GmbH erstellte Wirtschaftlichkeitsstudie nach VDI 2067 mit sieben verschiedenen Energieerzeugungsarten hat ergeben, dass eine Gas-Absorptions- Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Erdsondenfeld und passiver Kühlung die wirtschaftlichste Variante zum Heizen und Kühlen des Wohngebäudes darstellte. Im Vergleich zu einer Wärmeerzeugung mittels einer Gas-Brennwertanlage mit solarer Unterstützung konnte dadurch eine CO2-Reduzierung um rund 44% erreicht werden.

Durch die passive Kühlung mittels Erdsonden erfolgt im Vergleich zu einer Kälteerzeugung mittels Kältemaschine eine CO2-Reduzierung um rund 95%.
Die Übertragung der Wärme und Kälte erfolgt über die im Estrich verlegten Kunststoffrohre.

Es wurde eine kontrollierte Wohnungsbe- und –entlüftung mit einem Zentralgerät im Keller mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von über 90% installiert. Die Zuluft wird über in der Betondecke verlegte Rohre bis zu den Fenstern geführt und die Abluft in den Bädern und Küchen abgesaugt. Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erreicht im Vergleich zu einer reinen Abluftanlage eine Senkung des Wärmebedarfs um rund 45%.

Die Warmwasserbereitung erfolgt hygienisch und legionellensicher über  Frischwassersystemspeicher im Durchlaufprinzip, welche ebenfalls über die Wärmepumpe erwärmt werden. Bei der Trinkwasserinstallation wurden die Objektanschlüsse in den Wohnungen durchgeschliffen, so dass keine Stagnation stattfindet. Weiterhin wurde auf eine schallentkoppelte Installation geachtet. Bei den Abwasserrohren wurden hochschalldämmende, schwere Kunststoffrohre verwendet.

Informationen und Hinweise

  • Ausstellung: März 2014, da! – Architektur in Berlin
  • Preise: Mai 2014: Verleihung des DeutschenTGA-Award 2014 für das Bauvorhaben THF an Feddersen Ingenieure GmbH
  • Veröffentlichungen: März 2014, Architektur in Berlin, Baukultur in und aus der Hauptstadt, Bd3
  • Juli 2014, Cube, Berliner Magazin für Architektur

Projektbeschreibung auf der Seite der Architekten

 

Einige Bauprojekte im Stadtquartier Friesenstraße finden Sie auch hier auf "Berlin spart Energie" in der Projektdatenbank

 

Anschrift

Schwiebusser Str. 42-44
10965 Berlin

Friedrichshain-Kreuzberg

Präsentiert von

Ansprechpartner*innen

Blaufisch Architekten
Margit Renatus
030 / 788 94 167 030 / 788 94 167
mail@blaufisch-architekten.de

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