Null-Energie-Gebäude – Haus 2019

Neubau Bürogebäude für das Umweltbundesamt in Berlin-Marienfelde

Das Bürogebäude Haus 2019 in Berlin-Marienfelde ist das erste Netto-Null-Energie-Haus des Bundes. Im Betrieb des Gebäudes wird der Energiebedarf vollständig vor Ort durch nachhaltig regenerative Energieerzeugung in der Bilanz eines Jahres gedeckt. Damit soll das Gebäude die ab 2019 geltenden Anforderungen der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz (2010/31/EU) von Gebäuden – Standard als Niedrigstenergiegebäude – bereits jetzt erfüllen.


Ziel in Planung und Ausführung war die Minimierung des Energieverbrauchs und eine ausgeglichene Energiebilanz. Durch die Gewinnung des benötigten Stromes, Wärme und Kälteenergie am Standort aus erneuerbaren Energien (Sonne und Grundwasser), muss dem Haus, übers Jahr betrachtet, keine externe Energie zugeführt werden. Damit verursacht das Gebäude keine CO2 Emissionen.

Um dieses Ziel zu erreichen, war die Erarbeitung eines umfassenden Gebäudekonzeptes, eng verbunden mit der Aufstellung eines Energiekonzeptes erforderlich. Die Vorgaben an die Gebäudehülle orientieren sich an den Anforderungen eines Passivhauses. Der Anspruch an eine hoch wärmegedämmte Gebäudehülle (Aussenwände, Dach und Bodenplatte) und an Fenster und Türen mit geringstem Wärmedurchlass werden erfüllt.

Das Gebäude erfüllt die höchsten Ansprüche an die Luftdichtigkeit. Die Luftdichtheitsmessung ergab einen 0,33-fachen Luftwechsel für das gesamte Gebäude im fertig gestellten Zustand. Die eingebaute Lüftungsanlage mit Wärmetauscher stellt den hygienisch erforderlichen Mindestluftwechsel sicher und gewährleistet optimale Raumluftqualitäten. Für das Tragwerk und die Fassade wurde der nachwachsende Rohstoff Holz verwendet. Die Fenster und Türen bestehen ebenfalls aus Holz.

Dem für den Laborbetrieb auf dem Gelände geförderten Grundwasser, wird mit Hilfe einer Wärmepumpe, Wärme zur Beheizung des Gebäudes im Winter und Kälte zur bedarfsgerechten Kühlung des Gebäudes entzogen. Da dieses Wasser ohnehin gefördert wird, muss im Gebäude keine Energie für die Förderung aufgewendet werden. Der geringe Warmwasserbedarf wird über thermische Solarkollektoren gedeckt. Der Großteil des elektrischen Stromes wird über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bürogebäudes gewonnen.

Die Beleuchtung in den Büroräumen wird über eine präsenzabhängige Steuerung geregelt. Computer, Drucker und Bildschirme erfüllen höchste Ansprüche an Energieeffizienz und Green IT. Um alle technischen Systeme überwachen und steuern zu können wurde eine Gebäudeleittechnik installiert, die den Betreiber in die Lage versetzt, auf Abweichungen der geforderten technischen Parameter sofort reagieren zu können.

Das Gebäude ist vollständig barrierefrei erschlossen. Menschen mit Behinderung können sich ohne Hilfe und Beschränkungen frei im gesamten Haus bewegen. Den Beschäftigten werden ideale Arbeitsbedingungen geboten. Gleichzeitig wird während des Betriebes des Gebäudes ein geringer Ressourcenverbrauch angestrebt und die Energie am Standort vollständig aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Informationen und Hinweise

http://www.umweltbundesamt.de/neubau-buerogebaeude-haus-2019-in-berlin


Dieses Projekt war Preisträger beim Wettbewerb KlimaSchutzPartner Berlin 2010

 

Anschrift

Liegenschaft des Umweltbundesamtes
Schichauweg 58
12307 Berlin

Tempelhof-Schöneberg

Präsentiert von
Umweltbundesamt

Ansprechpartner*in

Tilo Herzig
0340 / 2103-2258
tilo.herzig@uba.de

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