Newtonprojekt Haus 1

Neubau eines klimaneutralen Wohnhauses für eine Baugemeinschaft

Das viergeschossige Haus 1 ist eines von drei viergeschossigen Wohngebäuden im Baugruppenprojekt „Newtonprojekt“. Die energetische Konzeption sowie das Baugruppenmodell mit Beteiligung der Nutzer standen von Anfang an im Vordergrund der Entwicklung. So erhielten die drei Häuser ein gemeinsames energetisches Konzept und wurden nach KFW 40+ Standard in Passivhausbauweise errichtet. Durch die Einspeisung der Wärmeerträge in das Fernwärmenetz profitiert auch die Nachbarschaft von Energieüberschüssen.


Das Gebäude ist Teil eines Leuchtturmprojekts, welches mit einer Baugruppe für innovative nachhaltige Quartiersentwicklung mit Plusenergiekonzept entwickelt wurde.

Die drei Gebäude des Gebäudeensembles weisen durch ihre hochwertige Passivhausbauweise sowie ihr Energiekonzept eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen auf. Es wird davon ausgegangen, dass der KfW Effizienzhaus 40 Plus-Standard in der Praxis noch übertroffen und ein negativer Jahres-Endenergiebedarf erreicht wird. Das bedeutet, dass die Häuser mehr Energie erzeugen als die Bewohner verbrauchen.

Das Haus 1 wurde in Holzmischbauweise errichtet und schließt die Siedlung nach Norden ab. Es besteht aus 13 durchgesteckten Wohnungen zwischen 50m2 und 150m2. Die Grundrisskonzeption zoniert zur Straßenseite im Nordosten Treppenhäuser und Nebenräume, im Südwesten, zur Hofseite, befinden sich die Aufenthaltsräume mit vorgelagertem Wintergarten und integrierten PV Modulen in der Fassade. Der Wintergarten dient als Wohnraumerweiterung und energetische Pufferzone. Die Flexibilität in der Grundrissgestaltung wurde im Entwurfsprozess aufgrund des Baugruppenmodells besonders betrachtet.

Die Mischbauweise aus massivem Stahlbetonkern und vorgehängter Holzfassade ermöglicht die Fassadenstärke bei hohen Dämmanforderungen zu reduzieren. Die Holzfenster haben eine 3-fach Verglasung. Die eingesetzten Materialien der Fassade sind umweltfreundlich aus Holz, der Dämmstoff aus Zellulose und recycelbarer Holzweichfaser.

Das Plusenergiekonzept bindet das Fernwärmenetzes als Speicher für Wärmeüberschüsse im Sommer von der hauseigenen Solarthermieanlage bzw. Restwärmezufuhr im Winter ein. Auch bei Stromüberschuss aus PV ist eine Einspeisung in das Wärmeversorgungssystem möglich.

Das Energiekonzept wurde unter Einbindung einer Hochschule und mit Fördermitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Es wurde u.a. die energetische Auswirkung des Wintergartens simuliert, ein Beteiligungsworkshop mit den Bauherren durchgeführt und die PV Anlage konzipiert.

Neben der Entwicklung der technischen Grundlagen in der Planung lagen die Herausforderung in der Integration der PV Anlage in die Holzfassade sowie der technischen Optimierung der PV-Anlage und der Auswahl der Speicher für das gewählte Energiemanagementsystem des Gebäudeensembles. Eine weitere besondere Herausforderung war die Einbindung der Bauherren in den Entscheidungsprozess.

 

Südwest-Fassade
Südwest-Fassade
Südost-Fassdade
Südost-Fassdade
Wintergarten
Wintergarten
Nordseite
Nordseite
Wintergarten
Wintergarten
Informationen und Hinweise

Awards:

  • Award Deutscher Wohnungsbau 2019, Auszeichnung in der Kategorie „Nachhaltiges  Energiekonzept“
  • Green Solutions Award 2019, Auszeichnung in der Kategorie „Energy & Temperate Climates“
  • DMK Award für nachhaltiges Bauen 2019, 1.Preis in der Kategorie „Mehrfamilienhaus“
  • EnEff”Gebäude.2050“ 1. Preis in der Kategorie „Ideen für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“
  • KlimaSchutzPartner des Jahres 2015 in der Kategorie „erfolgversprechende und innovative Planungen“

 

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