Märkisches Viertel: 15.000 Wohnungen saniert

Deutschlands größte Niedrigenergiesiedlung

Das Märkische Viertel – gebaut 1960 für rund 40.000 Menschen – wurde innerhalb von acht Jahren energetisch saniert und ist mit Bauabschluss 2016 nun die größte Niedrigenergiesiedlung Deutschlands und nahezu CO2-neutral. Zukünftig vermeidet die GESOBAU durch den Umbau jährlich die Emission von rund 39.000 Tonnen CO2 für die etwa 15.000 Wohnungen in 48 Gebäuden.


Das kommunale Wohnungsunternehmen konzentrierte sich von Anfang an darauf, den Umbau möglichst sozialverträglich durchzuführen. Schon vor Beginn der Maßnahmen wurden die Mieter durch einen intensiven Dialog auf die Maßnahmen vorbereitet, da die Sanierung im bewohnten Betrieb durchgeführt wurde, beispielsweise durch die Bereitstellung temporärer Umsetzwohnungen. Ziel war außerdem, den Umbau möglichst warmmietenneutral zu gestalten, was mit einem Mietanstieg von lediglich 2,8 Prozent Bruttowarm inkl. Betriebskosten eingehalten werden konnte.

Zu Baubeginn 2008 lag das Märkische Viertel mit 3,17 Tonnen CO2-Ausstoß pro Wohneinheit noch knapp über dem Berliner Durchschnitt, acht Jahre und 560 Millionen Euro später konnte dieser Wert auf 0,26 Tonnen gesenkt werden. Dies wird durch eine Reduzierung der Primärenergie von 80 Prozent erreicht, so dass jede Wohnung durchschnittlich 12.727 kWh/p.a. einspart – eine Reduktion von 225 auf nur noch 44 kWh/m².

Maßnahmen

Zur Zielerreichung führten unterschiedliche Maßnahmen. Neben einer generellen Modernisierung der Wohnungen, die en passant auch gleich noch den Wohnkomfort der Mieterinnen und Mieter steigern, setzten die Projektentwickler auf eine bewährte Mischung vieler Einzelmaßnahmen:

Die Fassaden wurden mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) gedämmt, gleichzeitig wurden 54.430 Fenster gegen doppelt verglaste Isolierglasfenster ausgetauscht, um den Heizwärmebedarf der Gebäude stark zu senken.

Im zweiten Schritt wurden die Wärme- und Wasserversorgung der Siedlung umgestellt, beides wird nun über ein Biomasse-Heizkraftwerk bezogen. Ein neues Heizsystem – ein zeitgemäßes Zweirohrsystem – in den einzelnen Wohnungen optimiert die Heizlastverteilung sowie die Steuerungsmöglichkeiten.

Als dritte Säule der Energie-Einsparung hat die GESOBAU darüber hinaus die Mieterinnen und Mieter begriffen und klärt beispielsweise fortan über eine individuelle Verbrauchsabrechnung über das eigene Nutzungsverhalten auf und animiert auf diese Weise zum Energiesparen. Dies wird ermöglicht durch die Installation von fernablesbaren Messsystemen für Heizungen, Wasser und Strom.

Weitere Maßnahmen waren beispielsweise die Installation von wassersparenden Armaturen und Geräte, die Entsiegelung von Außenbereichen bei gleichzeitiger Gestaltung weiterer Grünanlagen oder die Schließung der Müllschlucker zugunsten eines umweltfreundlicheren Müll-Trennsystems.

Die Sanierung folgte einer ausdifferenzierten Planung und konnte so im Schnitt auf 10 bis 15 Tage pro Wohnung begrenzt werden. Eine individuelle Betreuung schon ab drei Monate vor der Sanierung einer Wohnung sorgte zusätzlich dafür, dass die Belastungen für die einzelnen Mieterinnen und Mieter so gering wie möglich gehalten werden konnten und auch Härtefällen keine gravierenden Nachteile entstanden.

Anschrift

GESOBAU AG
Senftenberger Ring 5
13439 Berlin

Reinickendorf

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