Klimaneutral leben in Berlin – KliB

100 Berliner Haushalte probieren ein Jahr im Reallabor den klimaneutralen Alltag

100 neugierige und engagierte Berliner Haushalte versuchen, innerhalb eines Jahres ihren persönlichen CO2-Fußabdruck um bis zu 40% zu reduzieren. Dabei werden sie wissenschaftlich begleitet und von Berliner Unternehmen und Organisationen unterstützt, die klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen anbieten.


Klimafreundlicher (oder gar klimaneutraler) Konsum stellt einen wichtigen Beitrag zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung dar, dessen Potenziale es dringend zu heben gilt. Jede(r) Deutsche emittiert im Durchschnitt rd. 10,67 t CO2eq jährlich (laut CO2-Rechner des Umweltbundesamtes). Eine zu den nationalen Klimaschutzzielen (minus 80-95%) analoge Reduktion des persönlichen CO2-Fußabdrucks der Menschen in Deutschland würde auf eine Zielgröße von ca. 0,5 – 2 t pro Kopf hinauslaufen. Eine solche Reduktion setzt erhebliche Veränderungen des individuellen Lebensstils und der Konsumgewohnheiten, aber auch der technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Alltags voraus.

Klimapolitische Fortschritte im Konsumbereich bleiben gegenwärtig hinter dem Notwendigen zurück; entsprechende Bemühungen und Politiken treffen aktuell noch immer auf zahlreiche Hindernisse, vor allem Informationsdefizite, Verhaltensroutinen und Pfadabhängigkeiten, die mangelnde Verfügbarkeit (bezahlbarer) Alternativen und emissionsintensive Lebensstile und soziale Normen.

Genau hier setzt das Forschungsprojekt KLiB (Klimaneutral Leben in Berlin) des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung an. Es wird vom Bundesumweltministerium gefördert und hat das Ziel, die oben angedeuteten Hemmnisse durch ein „Reallabor-Setting“ in der deutschen Hauptstadt zu identifizieren und möglichst zu überwinden. In einem Reallabor können 100 Haushalte experimentieren und streben an, ihren persönlichen CO2-Fußabdruck innerhalb eines Jahres deutlich zu reduzieren (anvisiert: 40%). Neben aktiven Beratungen und Kommunikationsmaßnahmen durch die beteiligten Unternehmen, Organisationen sowie das Projektteam ist es insbesondere das kontinuierliche Feedback durch ein speziell für diesen Zweck entwickelter CO2-Tracker, das ein zeitnahes Reagieren der Haushalte erlaubt.

Wichtige Bestandteile des Projekts sind die Erforschung der Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für einen klimafreundlichen Lebensstil in den Bereichen Individuelles Verhalten/ Private Haushalte, im unternehmerischen Bereich (wie Sortiment/ Produktpalette, Handel, Geschäftsmodelle) sowie in politischer Hinsicht (infrastrukturelle Bedingungen, gesetzliche Regelungen/ Rahmenbedingungen etc.). Auch geht es um die Entwicklung, Erprobung und mittel- bis langfristige Konsolidierung von Geschäftsmodellen, die – einzeln oder synergistisch – klimafreundliche Produkt- und Dienstleistungsangebote zu Marktkonditionen nachhaltig verfügbar machen. Mit Blick auf die große Bedeutung der privaten Endverbraucherinnen und –verbraucher stellt sich schließlich die Frage: Unter welchen Bedingungen könnte so ein „Reallabor“ für mehr Menschen in Berlin, in Deutschland, in der Welt ein gangbarer Weg werden zu einem klimafreundlicheren Lebenstil werden (Upscaling)?

Anschrift

Projekt des Bundesumweltministeriums
Stresemannstraße 128-130
10117 Berlin

Mitte

Präsentiert von

Ansprechpartner*innen

PIK Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
Fritz Reusswig
Projektleitung
(0331) 2881576 (0331) 2881576
fritz@pik-potsdam.de

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