Ein Mikrostadtwerk für Neulichterfelde

In Berlin entsteht ein klimaneutraler Stadtteil

In Berlins Süden entwickelt die Groth Gruppe derzeit ein neues Stadtquartier: Auf einem 97 ha großen Grundstück im Ortsteil Lichterfelde in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lichterfelder Weidelandschaft entstehen ca. 2.500 Wohneinheiten in einem modernen Mix aus Doppel-, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau. Neulichterfelde wird sich jedoch nicht nur in diesem Mix von anderen Neubauvorhaben unterscheiden – auch in der ökologischen und sozialen Verantwortung geht das Projekt neue Wege. Im Quartier Neulichterfelde versteht NATURSTROM sich als Mikrostadtwerk. Dabei werden die Quartiere und Gebäude mit vor Ort erzeugter regenerativer Energie versorgt.


Das Herzstück der integralen Gesamtplanung im Ökoquartier ist klimaneutrale Wärme. Für Neulichterfelde kommen zwei Formen zum Einsatz: ein klassisches Nahwärmenetz für die größeren Geschossbauten und ein innovatives Wärmepumpenquartier für die Reihenhäuser. Das klassische Nahwärmenetz versorgt die Geschosswohnungen im Quartier mit Wärme aus Blockheizkraftwerken (BHKW) und Brennwertkesseln. Blockheizkraftwerke gewinnen durch Kraft-Wärme-Kopplung zugleich Wärme und elektrische Energie. Dadurch werden große Mengen an Brennstoff eingespart und Emissionen stark reduziert. Solarthermieanlagen auf den Häusern wandeln zusätzlich Sonnenenergie in nutzbare Wärme für die Gebäude um. Gespeichert wird sie in Wärmespeichern vor Ort.

Die Reihenhäuser werden zum Wärmepumpenquartier. Unter Nutzung einer innovativen Technikkombination aus oberflächennaher Geothermie, Power-to-Heat-Anlagen, und optional Abwasserwärmegewinnung heben Sole-Wasser-Wärmepumpen die Temperatur dezentral auf ein nutzbares Niveau. Die Netze in Wärmepumpenquartieren können bereits mit niedrigen Temperaturen von 0-15 Grad Celsius betrieben werden, verlieren wenig Wärme und sind daher hocheffizient. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern versorgen die Wärmepumpen mit Strom. Im Sommer kann das System durch die Kälte des Bodens zur Kühlung der Wohnhäuser und damit als „grüne Klimaanlage“ genutzt werden.

Eine enge Verzahnung der Wärmeversorgung mit den Sektoren Strom und Mobilität ermöglicht die Speisung des Quartiersstromproduktes „NeulichtStrom“ sowie von Elektromobilitätsangeboten wie dem Lastenrad-Sharing Donk-EE und der Ladeinfrastruktur mit vor Ort erzeugtem Strom aus Photovoltaik und Blockheizkraftwerken. Breitbandinternet und intelligente Messsysteme runden das Konzept ab.
Über 16.000 kW installierte Heizleistung und 3.600 kWp installierte PV-Leistung sparen gegenüber einer konventionellen Strom- und Wärmeversorgung in Neulichterfelde jährlich über 6.000 t CO2 ein.
Für ein lebenswertes Quartier auch für künftige Generationen bringt NATURSTROM darüber hinaus Mensch und Energie in den Dialog: „QuartiersErleben“ charakterisiert Maßnahmen, die Energie nah- und erfahrbar machen. Im geplanten Treffpunkt lässt sich Energietechnik „zum Anfassen“ und durch Filme und Vorträge erleben. Eine Quartiers-App verknüpft alle Bewohner in einem digitalen Kommunikationsraum, bringt Transparenz in Verbräuche und Dienstleistungen und lässt sich bei Bedarf um zusätzliche Services erweitern.

Neben NATURSTROM sind drei weitere Partner von Beginn an im Projekt aktiv, um gemeinsam mit der Groth Gruppe den neuen Stadtteil zu entwickeln: Die Goldnetz gGmbH für die Initiierung von sozialen Netzwerkstrukturen sowie Beschäftigungs- und Beratungsprojekten für eine gute Nachbarschaft, die Toyota Kreditbank für das Mobilitätskonzept des Quartiers sowie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Berlin e.V. für Erhalt und Pflege der Lichterfelder Weidelandschaft. In einem gemeinsamen Entwicklungsprozess werden alle Belange eng miteinander verzahnt und entstehende Synergien genutzt.

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