Das Brennwerttuning-Verfahren

Umstellung einer Heizzentrale von Öl auf Gas-Brennwerttechnik

Die Baugenossenschaft IDEAL ist Vorreiterin im Heizungsbau: in Berlin ist das Brennwerttuning®-Verfahren erstmalig in Deutschland zum Einsatz gekommen und bringt enorme Energieeinsparungen.


Die Baugenossenschaft IDEAL wurde 1907 in Berlin gegründet. Sie verfügt über rund 4500 Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten im südlichen Teil von Berlin

Im Bestand der Genossenschaft befindet sich u.a. ein unter Denkmalschutz stehendes Wohngebiet mit 784 Wohnungen im Stadtteil Britz. Teile des Wohngebiets wurden in den 1930er Jahren von Bruno Taut im Bauhaus-Stil geplant und konzipiert. In den Häusern des Nahwärmenetzes mit 11 Unterstationen arbeitet eine waagerechte Einrohrheizung nach Rietschel-Henneberg. Trinkwarmwasser wurde jahrzehntelang im Speicher-Ladeprinzip teuer auf Temperatur gehalten. Bis 2012 befanden sich in der Heizzentrale drei Ölkessel mit insgesamt 4,6 MW Heizleistung. Ziel für die Modernisierung der Heizungsanlage war, den Primärenergieverbrauch auch ohne Wärmedämmung an den denkmalgeschützten Gebäuden deutlich zu reduzieren, von Öl auf Gas umzustellen und das Einrohr-System zu erhalten.

Die IDEAL entschied sich, das vom Ingenieurbüro Lang entwickelte Sanierungskonzept einschließlich das Brennwerttuning®-Verfahrens zu realisieren. In zwei Bauabschnitten ließ die IDEAL die neue Heizanlage bauen. Zunächst stellten das Büro Lang, die Aluta Wärmetechnik GmbH und die Pewo Energietechnik GmbH die Heizzentrale von Öl auf Gas-Brennwerttechnik mit einer optimierten Kesselkonfiguration um und tauschten die elf Unterstationen aus.

In einem zweiten Bauabschnitt ergänzten sie die Heizzentrale mit dem Brennwerttuning®-Verfahren unter Einsatz von gasbetriebenen Absorptionswärmepumpen. Die Brennwerttuning®-Technologie ermöglicht nahezu unabhängig von der Heizungs-Rücklauftemperatur des Gebäudes eine stete Abgas-Vollstromkondensation. Der Kessel-Nutzungsgrad steigt um 4 bis 5 Prozent.

Die waagerechten Einrohrheizungen werden über einen Mischkreis versorgt. Der typische Effekt, wonach die ungedämmten Vierkantrohre in den vorderen Wohnungen des Heizstrangs unangenehm heiß sein können, wird Dank der optimierten Fahrweise der Anlage gemildert.

Das Trinkwasser wird im Durchflussprinzip zweistufig über Vor- und Nachwärmer mit zwischengeschalteter Zirkulationseinspeisung erwärmt. In den Unterstationen gibt es keinen Pufferspeicher mehr.

Mit dem Umbau der Heizzentrale konnten 29 Prozent der Primärenergie einspart, die Heizenergiekosten um 44 Prozent gesenkt und der CO2-Ausstoss um 1.400 Tonnen pro Jahr reduziert werden. Die Investition belief sich auf 1,1 Mio. Euro.

Die Betriebszustände des Heizhauses und der Heizstationen der Wohnanlage werden von einer hochwertigen Gebäudeleittechnik mit einer webbasierten Datenfernübertragung gezielt gesteuert und überwacht. Dabei kommt die Software pewoControl und pewoLive der Firma Pewo Energietechnik GmbH zum Einsatz.

Informationen und Hinweise

Das Ingenieurbüro Lang wurde im Mai 2014 für seine ingenieurtechnische Leistung mit dem Deutschen TGA Award in der Kategorie Innovatives Konzept/ Heizungstechnik ausgezeichnet. Der TGA Award wird von der Fachzeitschrift „Moderne Gebäudetechnik“ verliehen.

Anschrift

Baugenossenschaft IDEAL
Franz- Körner- Straße 61
12347 Berlin

Neukölln

Präsentiert von

Ansprechpartner*innen

Uwe Lüdders
030 / 609901-0 030 / 609901-0
info@bg-ideal.de

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