Baugemeinschaft "zur Börse" am alten Schlachthof

Passivhäuser in Holzbauweise

Die alten Schlachthöfe von Berlin sind ein Stadtentwicklungsgebiet, das auf eine lange Geschichte in der Hauptstadt zurückblicken kann. Nach dem Mauerfall sollten die alten Schlacht- und Produktionsanlagen mit ihren unzähligen Viehhallen anfangs als ein primäres Siedlungsgebiet festgelegt, um dem erwarteten – aber nicht erfolgten – Zuzug von Menschen in die Hauptstadt begegnen zu können. Mit einiger Verzögerung sind die Flächen nun aufgrund des stark ansteigenden Bevölkerungswachstums wieder interessanter geworden, unter anderem auch für eine Baugruppe, die in gemeinsamer Anstrengung gleich drei Passivhäuser am traditionsreichen Stadt-Standort errichtet.


Auf der Grenze zwischen Friedrichshain und Prenzlauer Berg entsteht aktuell an den Schlachthöfen der neue Wohnraum in drei formgleichen Reihenhäusern im "Pfirsich-Prinzip": Eine Kerngruppe aus fachkundigen Menschen kümmert sich um Planung, Koordinierung, technische Fragestellungen und die Abwicklungs des Projekt – weitere Interessenten stärken die Baugruppe durch ihre Mittel und profitieren auf diese Weise von kostengünstigen, individuell abgestimmten und vor allem auch energiesparenden Wohnungen.

Pro Haus realisieren so zehn Parteien ihren Wunsch nach gemeinschaftlichem Bauen und Wohnen. Während die Wohnungen individuell ausgestattet werden können, wird die Gebäudehülle nach modernstem technischen Baustandard errichtet – insbesondere auch hinsichtlich der Energieeffizienz des Gebäudes, das mit 80 Prozent unterhalb des durch die EnEV geforderten Dämmwärts liegt. Die Fassadengestaltung nimmt dabei Elemente des klassischen Stadtpalais auf.

Insgesamt folgen die Gebäude den Planungsgrundsätzen von Passivhäusern, um pro Quadratmeter einen Heizwärmebedarf von unter 15kWh pro Jahr erreichen zu können bei gleichzeitiger Beschränkung des Primärenergiebedarfs auf maximal 120kWh. Dies wird sichergestellt durch

  • ein sehr kompaktes Volumen
  • eine optimale Wärmedämmung der Hülle
  • größtmögliche solare Gewinne im Winter (Südausrichtung)
  • konstruktiven sommerlichen Wärmeschutz
  • eine bestmögliche Luftdichtheit
  • kontrollierte Wohnraumbelüftung
  • Wärmerückgewinnung
  • auf Effizienz getrimmte Haustechnik
  • besonders effiziente Haushaltsgeräte

Die Wärmedämmung der Gebäude ist dabei so ideal gewählt, dass eine "klassische" Heizung gar nicht erst benötigt wird. Die Abwärme der Menschen im Inneren sowie der Geräte reicht beinahe aus. Zusätzliche Heizenergie wird durch im Boden gespeicherte Solarenergie gewonnen, die von Wärmepumpen in die Häuser gebracht wird. Neben einem behaglichen Wohnklima bringt diese Technik noch einen weiteren großen Vorteil mit: im Sommer kann mit der Anlage das Haus aktiv gekühlt werden, wenn notwendig.

Das eigentliche Highlight der Gebäude allerdings steckt in deren Skelett: Die tragende Struktur des Gebäudes nämlich wird in modernster Holzbauweise ausgeführt. Schon während der Bauphase reduzieren sich so Material- und Energieverbrauch und die natürlichen Ressourcen werden geschont. Die CO2-Bilanz der sowieso schon vorbildlichen Gebäude fällt hierdurch noch viel positiver aus. Ein weiterer Vorteil hier: durch die besseren Dämmwerte von Holz im Vergleich zu Mauerwerk sinken die Wanddicken, was einem Nettogewinn von Wohnraum gleichkommt.

Informationen und Hinweise

Webseite der Baugruppe: www.passivhaus-prenzlauer-berg.de

 

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