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Energiekonzept für das Haus der Statistik

Vom Sanierungsfall zum Vorzeigequartier

Im Herzen Berlins, direkt am Alexanderplatz, steht das geschichtsträchtige „Haus der Statistik“. Das zuletzt ungenutzte und stark sanierungsbedürftige Gebäude wird nun gemeinwohlorientiert modernisiert und durch Neubauten ergänzt, um einen modernen Ort für vielfältige Nutzungen entstehen zu lassen. Genauso innovativ wie der Planungsprozess und die spätere Nutzung wird auch die Energieversorgung des Gebäudeensembles gestaltet - dafür legte NATURSTROM die Grundlagen: Mit einer Machbarkeitsstudie wurde aufgezeigt, wie das Areal mittels Abwasserwärme, dezentralen Wärmepumpen und einem Blockheizkraftwerk nachhaltig und dezentral mit Wärme und Kälte versorgt werden kann. Auch Synergieeffekte durch eine Kopplung mit den Sektoren Strom und Mobilität wurden dabei von Anfang an mitgedacht.


Passend zu der zukünftigen modernen Nutzung des 45.000 m² großen Areals soll eine innovative und klimaschonende Strom- und Wärmeversorgung realisiert werden. Die für die Berliner Immobilienmanagement GmbH erstellte Studie zeigt, wie das erneuerbare Potential vor Ort bestmöglich ausgeschöpft und damit ein Optimum zwischen Ökologie und Ökonomie erreicht werden kann.
Konkret sieht die zu einem detaillierten Energiekonzept ausgearbeitete Best-Case-Option eine zweigeteilte Wärmeversorgung vor. Für die Gebäude mit hohem Trinkwarmwasserbedarf soll es ein Nahwärmenetz geben, das vorrangig von einem BHKW, welches anteilig mit Biogas betrieben wird, sowie zur Spitzenlastdeckung von einem Gaskessel gespeist wird. Wärmespeicher ermöglichen einen besonders flexiblen Betrieb. Die Verwaltungsgebäude, die sowohl einen niedrigeren Trinkwarmwasser- als auch gleichzeitig einen Kältebedarf aufweisen, werden über dezentrale Wärmepumpen versorgt. Diese können im reversiblen Betrieb sowohl Kälte während der Sommermonate als auch Raumwärme während der Heizperiode bereitstellen.
Niedertemperatur-Heizungen in den Gebäuden ermöglichen einen effizienten Betrieb der Wärmepumpen. Zudem sind an jeder der insgesamt fünf Wärmepumpenstationen Wärme- und Kältespeicher vorgesehen. Alle Wärmepumpen sind über ein Anergienetz verbunden. Dieses arbeitet mit einer Betriebstemperatur von gerade einmal 8-10 °C, muss daher nicht gedämmt werden und ist so besonders effizient und kostengünstig. Die grundsätzliche Wärmespeisung für das Netz erfolgt über die Nutzung von Abwasserwärme. Im Winter wird dem Abwasser Wärme entzogen, im Sommer wird diesem Wärme zugeführt. So kann selbst mitten in der Stadt eine klimaneutrale Energieversorgung realisiert werden.
Im Sinne der Ganzheitlichkeit werden neben der Wärme- und Kälteversorgung auch die Sektoren Strom und Mobilität mitgedacht. Der vor Ort erzeugte Strom aus BHKW, Photovoltaik und Kleinwindkraftanlagen wird vorrangig direkt in der Anlagentechnik eingesetzt, um so neben dem ökologischen auch einen ökonomischen Mehrwert zu schaffen. Darüber hinaus besteht die Option, den Bewohnern und Bewohnerinnen einen Mieterstromtarif anzubieten.
Für das Mobilitätskonzept wurden die Verkehrsentwicklung sowie die Auswirkungen auf das Quartier und die umgebene Verkehrsstruktur prognostiziert. Car- und Bikesharing ermöglichen den Menschen im Quartier Mobilität und minimieren gleichzeitig potenzielle Verkehrsbelastungen. Dafür sollen vorrangig Elektrofahrzeuge genutzt werden, weshalb die Studie bereits die Installation und Einbindung von Ladesäulen im Areal mit berücksichtigt.
Die Machbarkeitsstudie zur Energieversorgung beim „Haus der Statistik“ gibt einmal mehr ein Beispiel, dass eine umfassende klimaschonende Energieversorgung auch in Städten möglich und bezahlbar ist.

Informationen und Hinweise

Anschrift

Haus der Statistik
Karl-Marx-Allee 1
10178 Berlin

Mitte

Präsentiert von

Ansprechpartner*innen

Naturstrom AG
Maren Henniges
waerme@naturstrom.de

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