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Newsletter 12/2018

Smart Living und Smart Home

Liebe Leserinnen und Leser,

Digitalisierung und Smart Living sind Trends des 21. Jahrhunderts. Über 35 Prozent der Deutschen nutzen bereits Smart Home-Technologien und weitere 40 Prozent interessieren sich dafür. Nummer 1 bei den Anwendungen ist Energiemanagement. In Deutschland scheint es mit Smart Living dennoch etwas schleppender voranzugehen, als in anderen Ländern. Der sprichwörtliche deutsche Michel trägt bekanntlich eine Schlafmütze auf dem Kopf und so wird immer wieder bemängelt, dass die Deutschen dann und wann mal einen Trend einfach verschlafen.

Ein möglicher Faktor: Digitalisierung hängt natürlich in großem Maße an der vorhandenen Infrastruktur Stichwort Breitbandausbau. Die Zahl der mobilen Anschlüsse in der Republik hat sich von 1999 auf 2000 glatt verdoppelt. Das Stichwort damals: Versteigerung der UMTS Lizenzen.

Standardisierung und Sicherheit spielen in Deutschland ebenfalls eine wichtige Rolle: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt Anforderungen an vertrauenswürdige Produktkomponenten bei Smart Metering und zertifiziert die sogenannten Smart Meter Gateways (SMG). In Europa ist dieses umfassende Vorgehen einmalig. Bei der Verbreitung von smarten Technologien ist dennoch Luft nach oben. Denn auch das Potential für bessere Kommunikation ist noch nicht voll ausgeschöpft.

Immerhin wurde auf der IFA 2018 eine smarte Schlafmütze vorgestellt – vielleicht das Produkt für den deutschen Markt.

 

Wir wünschen eine einsichtsreiche Lektüre
Michael Scheuermann, Robert Volkhausen


Projekt des Monats

Wie Smart Living in der Praxis aussieht, probiert unser Projekt des Monats aus: In der Smart WG in Kreuzberg sammeln drei Studierende der Hochschule Anhalt seit Oktober 2017 ihre Alltagserfahrungen mit Alexa & Co. In ihrem WG-Blog schreiben sie über das Leben mit smarten Produkten im Rahmen ihres Praxissemesters.

Für den aktuellen Newsletter hat Berlin spart Energie den Bewohner*innen drei Fragen gestellt. Lesen Sie die Antworten im Folgenden.

Smart WG

Was unterscheidet eine Smarte WG von einer herkömmlichen WG? Auf den ersten Blick nichts. Die Wohnung in einem Altbau in Berlin-Kreuzberg sieht aus,...


Drei Fragen an die Smart WG:

Gab es bestimmte Erwartungen beim Einzug, die im Alltag ganz anders eingetroffen sind?

"Unser erster Eindruck, als wir in die WG eingezogen sind war, dass es eine schön eingerichtete Altbauwohnung ist. Erst auf den zweiten Blick haben wir erkannt, welche smarten Geräte sich in der WG verbergen. Lediglich die Lichter im Eingang sind uns sofort aufgefallen, da sie per Bewegungssensor angingen.

Die Erwartung alle Smart Home Geräte durch Sprachsteuerung einfach und intuitiv zu nutzen ist nicht komplett eingetroffen. Nichtsdestotrotz konnten wir die Geräte durch die Apps schnell und einfach bedienen. Zudem kann man die Sprachsteuerung individuell anlernen, wodurch sie nach einer gewissen Eingewöhnungsphase gut funktioniert."

Habt ihr das Gefühl, dass die Technik euch dabei hilft, umweltfreundlicher zu leben und Energie zu sparen? Wie bewusst begleitet euch das Thema im Alltag (noch)?

"Gerade jetzt im Winter ist das Thema energiesparendes Heizen besonders präsent und uns sehr wichtig. Mithilfe unserer smarten Thermostate wird nur geheizt, wenn wir auch zuhause sind. Sind wir abwesend, wird dies per GPS erkannt und die Heizungen gehen automatisch aus. Genauso wenn das Fenster aufgemacht wird leitet ein Sensor diese Information an die Heizung, die dann automatisch für eine bestimmte Zeit ausgeschaltet wird. Wöchentlich erhalten wir zudem einen Energiesparbericht, wie effizient wir geheizt haben und wie hoch unser Einsparpotenzial war.

Außerdem tragen unsere smarten Lichter einen großen Teil dazu bei energiebewusst zu wirtschaften. Diese sind ausschließlich mit LED’s ausgestattet und schalten sich ebenfalls automatisch aus, wenn man die Wohnung verlässt. Des Weiteren sind in vielen Räumen smarte Bewegungssensoren installiert, wodurch das Licht dort nur angeht, wenn es tatsächlich benötigt wird. Insgesamt war es erstaunlich positiv, wie viel diese smarten Geräte zur Schonung der Umwelt beitragen."

Wo seht ihr Verbesserungspotenzial bei Smart Living?

"Die vielen Geräte verschiedener Marken sind häufig nur schwer miteinander kombinierbar und einsatzfähig. Dies erfordert außerdem ein gutes Grundlagenwissen, technisches Verständnis und vor allem Einarbeitungszeit. Ähnlich verhält es sich mit den User-Interfaces dieser All-in-One Apps. Hier sollte die Usability verbessert werden, so dass eine intuitivere Bedienung ermöglicht wird."


Publikationen und Informationen

  • Die wichtigsten Informationen zu Smart Metering hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) an dieser Stelle zusammengefasst.
  • Die Technologiestiftung Berlin hat 2017 die Studie IoT in der Praxis durchgeführt. Wie es beim Energiethema bzw. „IoT im Heizungskeller“ aussieht, kann man in einem Interview mit dem Geschäftsführer von KT Elektronik Günter Bräutigam lesen.
  • Einem Report mit dem Thema Smart Home hat die Technologiestiftung ebenfalls mit im Programm. Im Fokus dieses Berichts standen smarte Technologien für den Gesundheitsbereich und das Leben im Alter. Zudem gibt es ein Glossar mit wichtigen Begriffen und Ausdrücken.
  • In Rheinland-Pfalz gab es zum Thema Smart Home einen Verbraucherdialog, der die verschiedenen Akteure und Themen an einen Tisch gebracht hat.
  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) liefert in diesem Hintergrundpapier Empfehlungen und Einschätzungen für die wichtigsten Felder aus Sicht der Verbraucher*innen.

Berlin zum Thema

  • In puncto IoT-Anbieter ist Berlin ganz vorne mit dabei – siehe Grafik rechts.
  • Verbrauch im Blick haben und Smart Energy beziehen? Das nimmt sich fresh energy vor und bietet Ökostrom, kostenloses Smart Meter und einen verbrauchsbasierten Tarif.
  • Datenschutz für Mieter*innen: Dazu gibt es eine Handreichung des Datenschutzbeauftragten von Berlin.

Veranstaltungen zum Schwerpunkt

  BAU 2019

Messe München

Die BAU 2019 gilt als Leitmesse für Architektur, Materialien und Systeme. Experten geben hier Antworten auf die große Frage nach der der Zukunft des Bauens. Ein Leitthema 2019: "Smart:Gebäudetechnologien + Licht". ...

  14.01.2019 - 19.01.2019
  Programm und Anmeldung

  ANGA-Symposium "Smarte Wohnung"

ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber

Smart-Home-Anwendungen erfordern eine immer leistungsfähigere Breitbanderschließung der Gebäude. Das ANGA-Symposium wird das Potenzial digitaler Anwendungen für Mieter, Vermieter, Infrastrukturanbieter und Hersteller aufzeigen und diskutieren. ...

  16.01.2019
  Programm und Anmeldung

  2. Kongress ENERGIEWENDEBAUEN

Projektträger Jülich / Begleitforschung Energiewendebauen

Akteuren aus Praxis, Forschung und Politik setzen auf dieser Veranstaltung neue Impulse, damit innovative sektorenübergreifende Lösungen im Gebäude- und Quartiersbereich mittel- und langfristig zur Transformation der Energieversorgung beitragen. ...

  28./29.01.2019 | 9:00 - 18:00
  Programm und Anmeldung

  e-world – energy & water

Messe Essen / conenergy

Die E-world energy & water ist der Branchentreffpunkt der europäischen Energiewirtschaft und versammelt die Entscheider der Branche in Essen. Smart City und Smarte Energie zählen 2019 zu den Schwerpunkten. ...

  5.02.2019 - 7.02.2019
  Programm und Anmeldung

  IFA Smart Home

Messe Berlin

Seit 2016 hat die Internationale Funkausstellung (IFA) eine Sonderausstellung zum Thema Smart Home. Im vergangenen Jahr waren über 70 Aussteller im Smart Home Bereich vertreten. ...

  6.09.2019 – 11.09.2019
  Programm und Anmeldung

  Das intelligente Haus

Fachschriften Verlag

Die Erlebnisausstellung rund um Smart Home in der Nähe von Frankfurt am Main lädt im Herbst in eine Musterhaussiedlung und bietet aktuelle Technologietrends zum Anfassen und Ausprobieren. ...

  12.10.2019 – 13.10.2019
  Programm und Anmeldung


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Gestern war heute noch morgen – auch bei Smart Living

Vor 60 Jahren war das vollelektrische Zuhause (YouTube, Englisch) ein Trend der Zukunft. Bei ein paar Dingen blieb es bei der Zukunft von gestern. Vieles davon ist jedoch heute Alltag geworden und manche Innovation hat sich auf ganz anderem Wege verbreitet.

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